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Zecke

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Bilder: Quelle unbekannt

Eine Zecke ist ungefähr so gross wie ein Stecknadelkopf, wird auch Holzbock genannt und gehört zu der Familie der Milben / Spinnentiere
(Spinne = acht Beine, erwachsene Zecken = 8 Beine, Larven = 6 Beine).

Zecken sind weltweit verbreitete blutsaugende Parasiten, die sich vom Blut ihrer Wirte ernähren, also ähnlich wie Stechmücken, einige Fledermäuse oder Blutegel.

Da die Zecken bis zu 15 Tage auf ihrem Wirten verbleiben, ist es wichtig, dass der Wirt möglichst nichts von ihrem Besuch bemerkt.

Deshalb sondert sie bereits während des Stechens mit dem Speichel ein Betäubungsmittel ab, mit dem ein völlig schmerzfreies Stechen möglich wird.

Darüber hinaus enthält der Speichel bestimmte Stoffe, die dafür sorgen, dass das Blut nicht gerinnt und dass sich die Einstichstelle nicht entzündet.

Wenn also der Wirt die Zecke nicht per Zufall entdeckt, bemerkt er in der Regel überhaupt nichts von ihrem Besuch.

Damit die Zecke auch mögliche Kratz- und Scheuerattacken durch den Wirten überstehen kann, verfügt die Zecke einerseits über einen Stechapparat mit zahlreichen kleinen Widerhaken, andererseits produziert sie etwa 5-30 Minuten nach dem Stich eine Art Klebstoff (Zement), durch den sie sich zusätzlich mit dem Wirt verklebt. Aus diesem Grund sind Zecken nur mit einem verhältnismäßig großen Kraftaufwand zu entfernen.

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Zeckenarten

Bis heute sind weltweit über 800 Zeckenarten bekannt. Die zwei grössten Stämme sind:

Schildzecken (Verbreitung: weltweit mit Ausnahme der Arktis und
Antarktis)
Die Männchen tragen einen harten Rückenpanzer, bei den Weibchen
und den Larven bedeckt dieser nur einen Teil des Rückens.
Zu den Schildzecken gehört auch der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus).
die Schafzecke, Igelzecke und die braune Hundezecke.

Lederzecken (Verbreitung: vor allem in den Tropen und Subtropen)
Zu dieser Gruppe gehören z.B. die in der Schweiz vorkommenden
Taubenzecken.Lederzecken fehlt der Rückenschild, ihre Haut ist relativ
weich und lederartig.
Im Gegensatz zu den Schildzecken leben sie in den Nestern, Bauten
oder Ställen ihrer Wirtstiere.
Menschen werden eher weniger gestochen.

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Lebensraum

– Gemässigte Klimazonen bis ca. 1000-1500 Meter über Meer
– Lieben die Feuchtigkeit des Erdbodens an Waldrändern, Lichtungen,
  Bächen oder in Gärten. Daher sind die Zecken nach einem Regentag im
  Sommer besonders aktiv.
– Verstecken sich auf Ästen, Blättern des Unterholzes, niedrigen
  Sträuchern oder in hohem Gras und Gebüschen
– Klettern bis zu 80 – 150 cm ab Boden, daher auch nicht in Bäumen zu finden

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Stärken der Zecke

– Hohe Anpassungsfähigkeit bezüglich Höhe und Feuchtigkeit
– Eine vollgesaugte Zecke kann bis zu 200-mal ihr Körpergewicht an
  Blut aufnehmen
– Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine Zecke bis zu 10 Jahre ohne
  weitere Nahrung überleben
– Die Zecke verfügt über eine natürliche Alarmanlage, die sie alarmiert
  und sogar weckt, wenn sich ein geeigneter Wirt nähert.
– Durch ihre Kleinheit sind sie kaum zu sehen
– Im Unterschied zu den Insekten schmerzt ihr Stich nicht

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Bilder: Quelle unbekannt

Jagd- und Stechverhalten

Zecken sind Lauerjäger. Sie suchen nicht aktiv nach Wirten, sondern sitzen auf Grashalmen oder im Unterholz und warten darauf, bis ein geeigneter Wirt vorbeikommt und sie abstreift. Dabei verharrt die Zecke beinahe regungslos mit ausgestreckten Vorderbeinen in Lauerstellung.

Mit ihren Sinnesorganen reagiert die Zecke auf Vibration, Wärme und Schatten. „Riecht“ die Zecke ein Tier oder einen Menschen, ist sie schlagartig hellwach, streckt die vorderen Beine in die Luft und ist bereit, sich an einem Wirt festzuklammern.

Zecken erkennen ihre Opfer am Geruch, der Körperwärme, ausgeatmetem Kohlendioxid oder Schweiss (Buttersäure, Ammoniak usw.).

Es wird geschätzt, dass die Zecke mit ihrem speziellen Organ an den Vorderbeinen (Hallersches Organ) bis zu 50 verschiedene Stoffe erkennen kann.
Es ist nicht ein einziger bestimmter Stoff, der ein Tier oder einen Menschen für eine Zecke besonders attraktiv macht, sondern es ist die „richtige Mischung“.
Dies dürfte auch der Grund sein, weshalb einige mehr gestochen werden und andere weniger.

– Zecken beissen nicht sondern stechen.
– Sie warten auf einen vorüberziehenden Wirten, halten sich an ihm
  fest  und suchen einen geeigneten Ort zum Stechen- Sticht vor
  allem an Orten, an denen sie schwer zu entdecken sind, wie:
  * Kniekehlen
  * Schamgegend (im Schritt)
  * Bauchnabel
  * Achselhöhlen
  * hinten an den Schultern
  * am Nacken
  * hinter den Ohren

  Ca. 80% aller Stichen werden nicht erkannt

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Schutz

Einen sicheren Schutz vor Zecken gibt es nicht. Aber man kann einiges tun, um Zeckenstiche zu vermeiden:

– Zecken halten sich in Bodennähe, bis maximal zu einer Höhe von
  80 – 150 cm auf. Sie befinden sich nie auf Bäumen. Das Tragen eines
  Hutes nützt dementsprechend nicht sehr viel.- Aufenthalt im hohen
  Gras oder Unterholz meiden
– Geschlossenes Schuhwerk, Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen,
  Socken über die Hosenbeine ziehen. Helle Kleidung ist besser als dunkle,
  da man Zecken darauf besser erkennt.
– Zecken-, Insektensprays wirken nur kurze Zeit und schützen allein
  angewendet zu wenig!
– Nach einem Besuch im Freien ist der ganze Körper nach Zecken
  abzusuchen. Zecken suchen sich erst eine geeignete Stelle bevor
  sie stechen, daher krabbeln meist eine Weile auf dem Körper herum

Ganzen Körper absuchen, vor allem bei Kindern sehr wichtig!!!!

Impfung
Es gibt nur eine Impfung gegen die FSME. Weil das FSME-Virus aber auch ausserhalb der Hochrisikogebiete vorkommt, ist die Impfung für alle zu empfehlen.

Eine Impfung gegen die Lyme-Borreliose ist in Europa nicht verfügbar und der in Nordamerika verwendete Impfstoff wurde wegen Nebenwirkungen zurückgezogen.

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Bilder Quelle unbekannt

Entfernen

Eine Zecke sollte nach dem Entdecken möglichst bald entfernt werden.

Eine Vorbehandlung mit Gel, Feuer oder Zerquetschen ist unbedingt zu unterlassen, weil dadurch die Erreger (aufgrund des Todeskampfs der Zecke) erst recht auf den Wirten übergehen, (z.B. wenn sich die Zecke in den Wirten erbricht).

Die Zecke wird idealerweise mit einer Pinzette möglichst hautnah gefasst und durch geraden Zug (nicht drehen) entfernt. Das Zurückbleiben des Stechapparates in der Wunde ist nicht gefährlich und führt höchstens zu einer harmlosen Fremdkörperreaktion.

– Zecken ganz vorsichtig mit einer feinen Pinzette, Zeckenentferner
  (im Handel erhältlich), dicht über der Haut packen und vorsichtig
  herausziehen.
– Wer sich nicht sicher ist, wie die Zecke richtig entfernt werden kann,
  sollte einen Arzt aufsuchen.

Video   Quelle: zecken.ch / zecken.de
Zecken sollten möglichst schnell und richtig entfernt werden [2]

Wenn Du von einer Zecke gestochen wirst: MERKE DIR!!!
– Merke Dir die genaue Einstichstelle
– Achte auf Hautveränderungen um die Einstichstelle
  (Wanderrötung siehe weiter unten)
– Schreib Dir das genaue Datum des Einstiches auf
– Bei Grippe-ähnlichen Symptomen in den nächsten Wochen ist ein
  Arzt zwingend aufzusuchen!

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Krankheiten

Die Zecke behält nur die nahrhaften und für sie wichtigen Bestandteile des Blutes (Nährstoffe), die überschüssige Flüssigkeit wird während der Nahrungsaufnahme direkt wieder an den Wirt zurückgegeben. Auf diese Weise werden die im Darm oder in den Speicheldrüsen befindlichen Bakterien und Viren auf den Wirten übertragen.

In der Schweiz haben vor allem zwei durch Zecken übertragbare Erkrankungen Bedeutung:

Krankheit Lyme-Borreliose Frühsommer-
Meningoenzephalitis
Erreger Bakterium:
(Borrelia burgdorferi)
Virus:
(Frühsommer-
Meningoenzephalitis-
Virus)
Welche Zecken tragen
den Erreger?
Zecken in allen Wäldern, wovon etwa 1/3 den Erreger tragen Zecken vor allem in Hochrisikogebieten, aber auch in Risikogebieten
Welche Organe
können erkranken?
Haut, Gelenke, Muskeln, Nervensystem, Herz Nervensystem
Ist eine Impfung möglich? nein ja
Ist eine Behandlung
(Antibiotika) möglich?
ja nein (nur symptombezogen)
Besteht nach der
Krankheit eine Immunität?
nein ja (lebenslänglich)


Bilder: Quelle unbekannt

Lyme-Borreliose (Impfung nicht möglich)
Borreliose ist ca. 500-mal häufiger als die FSMESpiralförmiges Bakterium (Borrelia burgdorferi) lebt im Darm der Zecke. Mit Borreliose kann man sich im Normalfall nur durch einen Zeckenstich anstecken, Mensch-zu-Menschübertragung ist nicht möglich.

Da die Bakterien sich im Mitteldarm der Zecke befinden, kann es einige Stunden dauern, bis die Borrelien den Wirten infizieren.

Je schneller also die Zecke entfernt wird, um so niedriger ist das Risiko an Borreliose zu erkranken.

Gegen Borrelien gibt es keine Immunität. Man kann sich mehrfach infizieren und verschiedene Krankheits – Stadien gleichzeitig haben.

Die Borreliose – Erkrankung kann viele Symptome haben, man spricht daher von einer multisystemischen Krankheit. Viele Symptome davon werden auch bei anderen Erkrankungen beobachtet, was eine Diagnose äusserst schwierig macht.

Stadium I: charakteristische Symptome
– Wanderröte (Erythema migrans): dieses typische Symptom  der
   ringförmigen Hautrötung um die Einstichstelle kann einige Tage bis 
  Wochen nach einem Zeckenstich beobachtet werden.
  Allerdings tritt diese Wanderröte nicht bei allen Borreliose-Patienten auf.
– Abgeschlagenheit
– Fieber und Kopfschmerzen

Stadium II: verschiedenste Krankheitszeichen sind möglich:
– Hirnhautentzündung
– starke Schmerzen
– Herzprobleme
– Gesichtslähmung (relativ häufig)

Stadium III: chronisches Spätstadium
– Gelenkentzündungen (häufig)
– Haut kann sich wie Pergamentpapier anfühlen.

FSME Frühsommer-Meningoenzephalitis (Impfung möglich)
Das Virus kann das zentrale Nervensystems des Menschen angreifen.Das FSME-Virus wird hauptsächlich von den Zecken auf den Menschen übertragen. Es sind jedoch auch wenige Fälle bekannt, bei denen der Genuss roher Milch von FSME-infizierten Kühen/Ziegen die Krankheit ausgelöst hat.

Da das Virus sich im Speichel der Zecke befindet, ist eine Übertragung des Erregers bereits unmittelbar nach dem Stechen möglich.

Krankheitsverlauf

Stadium I:
– Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich einer Sommergrippe
– Unter Umständen ist die Erkrankung damit überstanden.

Stadium II:
Das Virus befällt das zentrale Nervensystem und führt in 10-20% zu Lähmungen und bleibenden Schäden, 2% verlaufen tödlich

– Milde Form: Hirnhautentzündung (Meningitis).
  * hohes Fieber
  * starke Kopfschmerzen und häufig ein steifer Nacken.
– Schwere Form: Gehirnentzündung, also das ganze Gehirn betreffend
  * hohes Fieber
  * starke Kopfschmerzen und häufig ein steifer Nacken.
  * Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen
  * Psychische Veränderungen
  * Lähmungenserscheinungen

Weitere Krankheiten
Weltweit gib es noch über 50 weitere Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden können. Die meisten sind aber sehr selten. Einige Beispiele sind:

Ehrlichiose
Sie wird von Bakterien verursacht, so genannten Ehrlichien. Sie können von verschiedenen Zeckenarten übertragen werden, zum Beispiel von Amblyomma americanum, einer Zecke, die vor allem in den südlichen USA vorkommt.
Meist verläuft eine Ehrlichiose symptomlos. Es kann jedoch auch zu Fieber, Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen, zu Übelkeit oder zu Komplikationen durch Zusatzinfektionen mit anderen Bakterien kommen. Auch aus Europa sind Fälle von Ehrlichiose bekannt

Zeckenstichfieber
Es kommt hauptsächlich in den Mittelmeerländern vor und verursacht Fieber und Ausschlag. Erreger sind meistens Rickettsien.

Babesiose
Auch sie tritt überwiegend im Mittelmeerraum auf. Fieber, Müdigkeit und Muskelschmerzen sind Kennzeichen der Babesiose. Kommt beim Mensch allerdings selten vor.
Dafür tritt sie häufiger bei Tieren auf, z.B. bei Rindern und Hunden. Parasiten zerstören die roten Blutkörperchen, was zum Tode des Tieres führen kann. Diese Tierkrankheit ähnelt der menschlichen Malaria, deshalb spricht man in Deutschland manchmal auch von „Hundemalaria“. In Deutschland überträgt die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) die Babesiose.

Fleckfieber (Rickettsiose)
Zecken können verschiedene Arten von Fleckfieber übertragen. In Europa ist das Mittelmeer-Fleckfieber bekannt. Wie der Name sagt, kommt es hauptsächlich in den Regionen am Mittelmeer vor.

Die Krankheit wird auch Rickettsiose genannt, nach dem Namen der Bakterien, welche die Krankheit verursachen. Die Rickettsien sind wie die Babesien den Parasiten zuzuordnen.

Krim-Kongo-Fieber
Die Krankheit wird durch das Virus CCHFV (Crimean-Congo Haemorrhagic Fever Virus) ausgelöst.
Die Zecke überträgt das Virus. Sie nistet sich im Fell von Schafen, Ziegen, Kühen, Hasen oder Kamelen ein und nimmt das Virus mit dem Blut der infizierten Tiere auf. Sticht die Zecke einen Menschen, bringt sie damit die Erreger in dessen Blutbahn. Auch im direkten Kontakt mit erkrankten Tieren kann der Mensch sich infizieren.
Das Virus kann die Blutgerinnung des Menschen verhindern. Es kommt zu Darmblutungen, Bluterbrechen und inneren Blutungen. Jeder zweite Infizierte, bei dem das Fieber ausgebrochen ist, stirbt. Gegen das Virus gibt es noch keinen Impfschutz.
Das Krim-Kongo-Fieber ist bisher in Südosteuropa (z.B. im Sommer 2006 an der Schwarzmeerküste mit zwei Todesfällen), Asien oder Afrika aufgetreten.

Weitere seltenere zeckenübertragene Krankheiten Teil I und II im Download
Colorado-Zeckenfieber, Ehrlichiose (weitere Formen), Heartwater, Indische Waldkrankheit, Q-Fieber, Rocky-Mountain-Fleckfieber, Südafrikanisches Fleckfieber, Tularämie, Zecken-Rückfallfieber

Teil 1 [3] Teil 2 [3]  Free Download im Forum, klick...

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Video   Quelle: zecken.ch / zecken.de
Zecken klettern auf exponierte Stellen und lassen sich abstreifen [4]
Zecken sollten möglichst schnell und richtig entfernt werden [2]

Offizielle Websites zu Zecken
http://www.zecke.ch [5]
http://www.zecken.ch [6]
http://www.zecken.de [7]


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